Skoliose-Was ist das???

 

Definition

Bei der Skoliose (griech. skolios = krumm) handelt es sich um eine dauerhafte seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit einer Drehung (=Torsion) der einzelnen Wirbelkörper.

Der Ausgangspunkt für die seitliche Verkrümmung kann in verschiedenen Bereichen der Wirbelsäule liegen. Unterschieden werden danach die folgenden Formen:

  • Thorakale Skoliose: Brustwirbelsäule
  • Lumbale Skoliose: Lendenwirbelsäule
  • Thorakolumbale Skoliose: Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Thorakale und lumbale Skoliose: Brust- und Lendenwirbelsäule

In den folgenden Abbildungen sind die unterschiedlichen Formen der Skoliose zu sehen:

1 Thorakale Skoliose; 2 Lumbale Skoliose; 3Thorakolumbale Skoliose; 4 Thorakale und lumbale Skoliose
1 Thorakale Skoliose; 2 Lumbale Skoliose; 3Thorakolumbale Skoliose; 4 Thorakale und lumbale Skoliose
 
 

Diagnose

Entscheidend für die Diagnostizierung der Skoliose ist die körperliche Untersuchung des entkleideten Patienten. Durch die Haut hindurch kann der Verlauf der Wirbelsäule an Hand der so genannten Dornfortsätze gesehen und getastet werden. Eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule lässt sich so leicht feststellen. 80 % der idiopathischen Skoliosen liegen im Brustbereich (=thorakale Skoliose) und zeigen eine Ausbiegung nach rechts (=rechtskonvex). Neigen sich die Patienten im so genannten Vorbeugetest nach vorn, treten die Rippen stark heraus und bilden einen Rippenbuckel. Bei Skoliosen im oberen Brustbereich stehen die Schultern nicht auf gleicher Höhe. Bei Skoliosen im Lendenbereich sind die beiden Dreiecke zwischen der Taille und den seitlich am Rumpf herunterhängenden Armen (=Taillendreiecke) unterschiedlich ausgebildet und es besteht ein Lendenwulst auf einer Seite.

Mit Hilfe der Röntgenuntersuchung können die Form und das Ausmaß der Skoliose beurteilt werden. Die Stärke der Krümmung der Wirbelsäule wird über eine besondere Winkelmessungsmethode (nach Cobb benannt) ermittelt. Darüber hinaus muss an Hand der Krankengeschichte und möglicherweise weiterer Untersuchungen geklärt werden, welche Ursachen zu der Entwicklung der vorliegenden Skoliose geführt haben oder ob es sich dabei um eine idiopathische Form handelt.

 

Therapie

Maßgebend für die Wahl der Therapie sind die Ursache, die zu der Skoliose geführt haben, das Alter des Patienten und das Ausmaß der Fehlstellung. Die verschiedenen Ursachen für die Ausbildung einer Skoliose zeigen unterschiedliche Neigungen zu einem Fortschreiten der Erkrankung. Das Alter des Patienten bestimmt, wie stark die Wirbelsäule noch wachsen wird und ist damit ein entscheidender Faktor für die Prognose der Krankheitsentwicklung.

Säuglingsskoliose

Die Säuglingsskoliose lässt sich in vielen Fällen durch konsequente Bauchlagerung und verschiedene krankengymnastische Übungen ausheilen. Hierbei wird versucht, die normalen Bewegungen des Kindes im Sinne einer Korrektur der Fehlhaltung zu lenken.

Krankengymnastik

Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist das Behandlungskonzept im Allgemeinen dreistufig. Eine beginnende Skoliose (bis etwa 20 Grad nach Cobb) wird vor allem durch krankengymnastische Maßnahmen therapiert. Mit Hilfe von aktiven Übungen soll der Patient ein möglichst gutes Körpergefühl für eine aufrechte symmetrische Haltung und Bewegung entwickeln. Auch neurophysiologische und Elektrostimulations-Verfahren zur Anregung bestimmter Muskelgruppen kommen zum Einsatz. Das Ziel ist es, die Fehlstellung der Wirbelsäule weitgehend zu korrigieren. Regelmäßige ärztliche Kontrollen der Wirbelsäule sind notwendig, um Verschlechterungen der Erkrankung frühzeitig erkennen zu können.

 

Korsettbehandlung

Bei fortgeschrittenen Skoliosen (zwischen 20 und 50 Grad nach Cobb) wird zusätzlich zur Krankengymnastik die Behandlung mit einem Korsett notwendig. Für die betroffenen Kinder ist das anfangs eine sehr belastende Maßnahme, da nur das konsequente Tragen des Korsetts gute Erfolge garantiert.

Das Korsett ist aus leichtem weißem Kunststoff gefertigt und wird individuell nach einem vom Körper abgenommenen Gipsmodell hergestellt. Je nach Körperwachstum muss etwa einmal pro Jahr ein neues angepasst werden. Das Korsett sollte sehr eng sitzen und Tag und Nacht getragen werden. Es ist nur während der täglichen Körperpflege abzulegen.

Ein solches Korsett fixiert den Becken- und Schultergürtel gegen Verdrehung und bewirkt durch verschiedene Druck- und Entlastungszonen eine passive Korrektur der Wirbelsäule. Mit der durch das Korsett vorgegebenen Korrekturstellung wird das weitere Wachstum der Wirbelsäule beeinflusst. Das Fortschreiten der Skoliose kann somit aufgehalten werden. Eine Besserung des Ausgangsbefundes kann jedoch nur im Zusammenhang mit regelmäßigen krankengymnastischen Übungen erreicht werden.

In der Regel wird die Korsettbehandlung so lange durchgeführt, bis die Jugendlichen ausgewachsen sind und sich ihre Wirbelsäule in der aufrechten Position stabilisiert hat. Danach werden sie langsam dem Tragen des Korsetts entwöhnt.

 

Operative Maßnahmen

Schwere Skoliosen mit einer Krümmung von über 50 Grad nach Cobb müssen in der Regel operativ behandelt werden. Um eine gute und sichere Korrigierbarkeit der Skoliose unter der Operation zu ermöglichen, werden so genannte Traktionsverfahren (lat. tractio = Zug, Zugkraft) zur Vorbereitung eingesetzt. Die effektivste Art der Vorbehandlung ist die Halo-Schwerkraft-Traktion, bei der über einen am Schädel angebrachten Metallring die Wirbelsäule drei bis vier Wochen lang unter Zug gesetzt wird. Auf diese Weise wird die Wirbelsäule gestreckt und die umgebende Muskulatur gelockert.

Die Operation selbst erfolgt mit dem Ziel, die Fehlstellung zu korrigieren. Gleichzeitig muss die Wirbelsäule in ihrer neuen Form stabilisiert werden. Dazu ist es notwendig, bestimmte Wirbelsäulensegmente zu versteifen (=Spondylodese), um künftig eine volle Belastbarkeit zu ermöglichen. Die mit einer solchen Versteifung einhergehende Verminderung der Beweglichkeit wird von den Patienten meist als nur wenig einschränkend empfunden. Die Erfolgsaussichten der Operation sind in der Regel gut. Allerdings muss mit einer insgesamt langen Zeit für die Rehabilitierung des Patienten gerechnet werden. Mit Hilfe von krankengymnastischen und anderen physiotherapeutischen Methoden wird über mehrere Monate hinweg langsam versucht, eine gute Stabilität und Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule herzustellen.

 

Vorbeugen

Da in den meisten Fällen die auslösende Ursache für die Entstehung einer Skoliose nicht bekannt ist, können auch keine speziellen vorbeugenden Maßnahmen empfohlen werden. Je früher jedoch die Entwicklung einer Fehlstellung der Wirbelsäule erkannt wird, desto weniger aufwendig und belastend sind die notwendigen Behandlungsmaßnahmen, und desto größer sind auch ihre Erfolgsaussichten. Die Notwendigkeit einer Operation kann in der Regel durch eine rechtzeitige Früherkennung vermieden werden. Eltern sollten deshalb regelmäßig die Haltung ihres Kindes überprüfen.

Für diese Kontrolle genügt der einfache Vorbeugetest. Die Kinder sollten sich dabei mit freiem Oberkörper und locker herunterhängenden Armen vornüber beugen. Nun kann geprüft werden, ob die Wirbelsäule in einer geraden Linie verläuft und ob auf einer der beiden Seiten ein Rippenbuckel zu sehen ist. Auch bei aufrechtem Oberkörper lässt sich der Verlauf der Wirbelsäule gut verfolgen. Besteht Verdacht auf eine Unregelmäßigkeit, sollte das Kind vom Orthopäden untersucht werden.

Liegt auf Grund einer anderen Erkrankung ein erhöhtes Risiko für die Ausbildung einer Skoliose vor, sollte in jedem Fall eine regelmäßige Kontrolle der Wirbelsäulenhaltung durch den Orthopäden erfolgen. Darüber hinaus können bei bestimmten Erkrankungen spezielle Vorbeugemaßnahmen ergriffen werden. So wird z.B. empfohlen, bei Bestehen einer Beinlängendifferenz (statische Skoliose) diese durch eine einseitige Absatzerhöhung auszugleichen und die Rückenmuskulatur durch eine entsprechende Krankengymnastik beidseitig zu stärken.

 

Quelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/skoliose.html

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