Die Zeit nach der OP- bis heute

So kamen wir Sonntagmorgen in München an. Dort hat uns mein Papa abgeholt, und dann sind wir weitere zwei Stunden nach Hause gefahren, ich hab davon nicht viel mitbekommen, denn ich hab fast die ganze Zeit geschlafen.

Zu Hause hab ich mich erst mal hingelegt und hab geschlafen, nachmittags bin ich dann noch bei uns die Straße einmal auf- und abgegangen (400m).

Die nächsten Tage verliefen schleppend, ich hab die meiste Zeit geschlafen und bin zwischendurch spazieren gegangen.

Dienstagmorgen, 09.08.2005, ging es mir dann nicht so gut. Ich nahm weiterhin zweimal/tgl. Oxygesic (Morphium, 20 mg) und dreimal/tgl. Diclofenac und abends eine Magenschutztablette. In Neustadt hatten sie uns aber vergessen zusagen, dass man mit Morphium auch immer Abführmittel einnehmen muss. So war nachmittags mein kompletter Magen-Darm-Trakt lahmgelegt, so kam kurze Zeit später mein Hausarzt, er machte dann einen Einlauf aber dafür war es schon zu spät. Aber er meinte nur das würde schon werden, dann hörte er noch meine Lunge ab und sagte, die höre sich sehr schlecht an aber wir sollten jetzt erst mal abwarten.
So sind wir kurze Zeit später selber ins Krankenhaus gefahren, dort hatten sie in der Notaufnahme den Verdacht auf einen Darmverschluss, was sich aber zum Glück nicht bestätigte.
Ich wurde dann aufgenommen und wurde auf mein Zimmer gebracht (mit echt netten Zimmernachbarn ;). Ich bekam dann den ganzen Nachmittag Hebe-Senk-Einläufe, alles andere als angenehm, und hinterher literweise Infusionen. Leider hatten die Krankenschwestern keinerlei Erfahrungen mit Wirbelsäulen-Operierten, und so war das alles etwas schwierig, aber da sie sehr nett waren, haben wir das gemeinsam hinbekommen. Man hat dann das Morphium abgesetzt. Am nächsten Tag schon (10.08.05) konnte ich schon entlassen werden. Ich war überglücklich und wollte so schnell kein Krankenhaus mehr von innen sehen.

Nachmittags bekam ich dann Besuch von einer Freundin. Hinterher wollte ich noch mit meiner Mama spazieren gehen, doch nach ein paar Schritten bekam ich ganz schlecht Luft. Wir haben dann aber gesagt wir warten noch bis morgen. Doch schon abends wurde es immer schlimmer, wenn ich mich im Bett hinsetzte hatte ich das Gefühl ich erstick. So hat meine Mama dann am Donnerstagmorgen (11.08.05), alle Lungenfachärzte im Umkreis angerufen, aber alle waren schon im Urlaub, zum Schluss erreichten wir doch noch einen, wir konnten dann gleich nachmittags kommen. Dieser machte dann ein Röbi von meiner Lunge, und der Schreck stand ihm sprichwörtlich ins Gesicht geschrieben. Meine ganze Lunge war ein weißer Schatten. Er hatte den Verdacht auf einen Pneumothorax. Er machte dann noch eine Sauerstoffmessung im Blut, und die lag gerade noch bei 55%. Er wollte mich sofort mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus bringen lassen. Wir sind dann aber doch selber gefahren.

Und so wurde ich abends in die Fachkliniken Wangen (Thoraxchirurgie) aufgenommen. Dort wurde erst mal noch mal geröntgt und ein Ultraschallbild gemacht, da hat man dann festgestellt dass ich einen Pleuraerguss von 1100 ml hatte. Das war erst mal eine beruhigende Diagnose, denn man konnte mit der Behandlung bis zum nächsten Tag warten.

Am nächsten Morgen (Freitag, 12.08.05) dann wurde mir wieder eine Thoraxdrainage gelegt. Ich bekam dazu eine leichte Narkose. Zum Glück war es diesmal nur eine Bülau-Drainage, die nur ca. 7 mm dick war, aber wehgetan hat sie mindestens genauso wie die Dicke. Ich sollte aber trotzdem aufstehen, damit die Flüssigkeit besser ablaufen kann und mein Kreislauf in Schwung bleibt. Das Laufen ging nur unter größten Schmerzen, und die meiste Zeit war ich im Rollstuhl unterwegs. Sonntags wurde sie dann endlich gezogen, bis dahin waren 1100 ml abgelaufen. Das ziehen hab ich überhaupt nicht gemerkt.
Am nächsten Tag wurde ich dann wieder geröntgt und meine Lunge hatte sich aber trotzdem nicht entfaltet. So haben sie beschlossen am Montag noch eine Bronchoskopie zu machen, dann wollten sie aber doch lieber abwarten und haben sie erst am Dienstag gemacht, dabei haben sie zum Glück nichts festgestellt. Hier hat man dann das Diclofenac auch abgesetzt, und zum Ersatz für das Morphium bekam ich dann Durogesic-Pflaster. So wurde ich dann am Donnerstag (den 18.08.2005) mit nicht entfalteter Lunge entlassen worden.

So bin ich wieder nach Hause gegangen, dort hab ich meistens geschlafen und bin viel Spazieren gegangen. Am Samstag dann hatte ich wieder Atemprobleme und so sind wir wieder nach Wangen in die Lungenklinik gefahren, dort stellte man fest dass ich schon wieder einen Pleuraerguss von 500 ml hatte. Der Arzt sagte wir sollten erst mal abwarten, ich sollte wieder Diclofenac nehmen, das ist entzündungshemmend, und dann am Montag wieder kommen.

Am Montag, den 22.08.2005, waren wir also wieder in der Ambulanz, dort wurde ich erneut geröntgt, was den Erguss bestätigte. Der Arzt empfahl mir dann aber in eine Anschlussheilbehandlung nach Isny/Neutrauchburg zu gehen, um dort intensiv Atemübungen zu machen, dass sich meine Lunge wieder entfaltet.

So haben wir gleich am nächsten Tag bei der Krankenkasse/Bfa angerufen, die KK schickte uns sofort einen Eilantrag, und sagten uns dass wir sehr gute Aussichten hätten dass die Reha genehmigt würde. So haben wir schon einen Termin in der Argentalklinik ausgemacht, für den 29.08.2005.

Am Freitag noch sind wir nach Isny gefahren um uns dort die Klinik anzuschauen, es waren zwar fast nur ältere Patienten dort, aber die Klinik kannte sich gut mit Skoliose aus und hatte ein sehr umfangreiches Therapieangebot.

So bin ich am Montag für mindestens drei Wochen in Reha gefahren. Dort gefiel es mir sehr gut auch wenn es mir in der Anfangszeit nicht sehr gut ging. Ich hatte dort täglich je eine halbe Stunde Wassergymnastik speziell für operierte Skoliosen und eine halbe Stunde Gruppengymnastik. Zweimal die Woche hatte ich dann noch Einzel-KG und Lymphdrainage. Die Kur hat mir sehr gut getan und ich bin froh dass ich so relativ schnell schon nach der OP gegangen bin, denn vor allem in der ersten Woche ging es mir sehr schnell sehr viel besser.

Am 5.September 2005 musste ich dann noch mal zur Kontrolle in die Lungenklinik nach Wangen, mir ging es bis dahin blendend und rechnete nicht mit dem was dann kam. Ich wurde wieder geröntgt und man stellte fest dass sich der Erguss vergrößert hatte auf mind. 800 ml. So musste ich wieder ins Krankenhaus.

Am Freitag den 09. Dezember 2005 wurde ich also wieder aufgenommen, ich bekam wieder unter Narkose eine dünnlumige Thoraxdrainage. Die war diesmal aber nur 1 ½ Stunden drin, weil ich es vor Schmerzen nicht mehr ausgehalten hatte und sie mir nix mehr geben konnten. Aber zum Erstaunen aller hatte sich meine Lunge jetzt plötzlich endlich wieder komplett entfaltet, so konnte ich samstags schon wieder entlassen worden.

So war ich wieder zurück in der Reha. Die Reha war inzwischen anstandslos genehmigt worden und wegen der Thoraxdraiange hab ich sogar noch eine Woche Verlängerung bekommen, auch bekam ich inzwischen keine Morphium-Pflaster mehr sonder Tramadol-Tropfen und wie schon die ganze Zeit für den Notfall Novalgin-Tropfen.

Die restliche Rehazeit bekam mir sehr gut, ich hab mich immer besser von der OP erholt und auch das längere Sitzen, was mir seit der OP sehr schwer fiel, klappte immer besser. Und so bin ich am 24.09.2005 endlich entlassen worden.

Am Montag, den 26.09.2005 musste ich noch mal zur Kontrolle nach Wangen. Es war alles in bester Ordnung.
Am Dienstag dann war ich das erste Mal wieder in der Schule, ich hatte bis dahin schon drei Wochen Stoff verpasst. Die Lehrer und vor allem die Rektorin waren leider nicht gerade sehr kooperativ, und stellten mir in Aussicht dass ich wahrscheinlich wiederholen muss, auch weil ich zu dem Zeitpunkt max. 3 Stunden am Unterricht teilnehmen konnte.

So vergingen die ersten Wochen in der Schule, ich ging weiterhin viel spazieren, machte viel KG und steigerte langsam meine Stundenzahl in der Schule. Nach einigen Wochen merkte ich aber dass der Stoff immer mehr wurde den ich verpass und es mir einfach noch nicht gut genug ging dass ich das alles wieder nachholen konnte. So beschloss ich für mich das Schuljahr zu wiederholen und lieber erst mal richtig gesund zu werden.

So ging ich das restlich Schuljahr mehr oder weniger freiwillig zur Schule und schrieb auch keine Arbeiten mit.

Am 15. Dezember 2005 war es dann endlich soweit, ich musste zur ½ Jahres Kontrolle nach Leonberg zu Prof. Dr. Halm und Dr. Hoffmann. Ich wurde erneut geröntgt. Es war alles wunderbar verknöchert und alles verheilt. Ich durfte dann sogar wieder Fahrradfahren. So vergingen die nächsten 5 Monate, mir ging es wunderbar, hatte keinerlei Schmerzen und es war alles super. Nach einiger Zeit merkte ich aber dann dass meine Hüfte immer schiefer wird.

So bin ich am 11. Mai 2006 noch mal zu Dr. Hoffmann, er röntgte mich noch mal, und ich und er bekamen einen Riesenschreck, denn meine LWS hatte sich auf 22° verschlechtert. Las erstes stand das Wort OP im Raum und ich dachte nur nicht noch mal. Dann schlug mir Dr.Hoffmann aber vor noch mal ein Korsett tragen, ich stimmte dann widerwillig zu.

Am 02. Juni 2006 bekam ich also meine Korsett, das nur eine LWS-Pelotte hatte. Ich fand es von Anfang an nicht schlimm und konnte es relativ schnell lange tragen.
Vier Wochen später musste ich wieder zu Dr.Hoffmann, ich wurde schon wieder geröntgt (ohne Korsett), es zeigte sich ein Verbesserung der LWS, so dass er zu mir sagte ich solle das Korsett den Sommer über noch nachts tragen und dann wäre ich es los.

So das ist der jetzige Stand der Dinge, ich muss am 04. August 2006, da ist Prof. Dr. Halm das nächste Mal in Leonberg, noch mal zur Kontrolle.

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