Mein drittes und viertes Korsett von Rahmouni

 

Am 02.04.2003 fuhren wir also das erste Mal zu Dr.Hoffmann nach Leonberg. Der Tag war am Mittwoch so dass DER Orthopädiemechaniker Rahmouni auch bei Dr.Hoffmann in der Praxis war. Dr.Hoffmann und Rahmouni schauten sich zuerst mal mein Korsett an und schlugen dabei fast die Hände über dem Kopf zusammen, denn anscheinend war es nicht gerade von bester Qualität und die Korrektur war wohl auch nicht zufriedenstellend. So wurde zunächst mal ein neues Röntgenbild ohne Korsett gemacht. Und was dabei rauskam zog uns fast den Boden unter den Füßen weg, ich hatte in der BWS eine Krümmung von 52° und in der LWS ca.40°. Meine Skoliose hatte sich also um fast 10° verschlechtert. Der erste Gedanke der mir kam, dass ich jetzt operiert werden müsste. Aber Dr.Hoffmann hatte das Wort OP damals gar nicht in den Mund kam, sondern sagte dass ich sofort ein neues Korsett bekommen sollte und dass ich dies auch weiterhin 23 Std. tragen musste und wieder nach Bad Sobernheim sollte. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich wieder Hoffnung dass ich vielleicht doch noch um eine OP rumkomm. So bin ich dann gleich ein Stockwerk tiefer zu Rahmouni um einen Gipsabdruck machen zu lassen. Danach fuhren wir wieder nach Hause.

Am 17.04.2003 konnte ich mein Korsett dann schon, diesmal bei Rahmouni direkt in Stuttgart, abholen. Ich musste um 9 uhr dasein zur Anprobe, im ersten Monent dachte ich dieses Teil zerdrückt mir alles und ich könnte das nie und nimmer mal den ganzen Tag tragen. Als Rahmouni dann alles markiert hatte, sind wir in die Stadt und nachmittags um 16 Uhr konnten wir es dann abholen. Die Eingewöhnung ging diesmal nicht so schnell und war alles andere als einfach.

Am 06.05.2003 musste ich wieder zur Kontrolle zu Rahmouni, er hat dann die Pelotten aufgepolstert und dann musste ich zur "Höllenfahrt" nach Leonberg zum röntgen fahren. Als ich dann aus dem Korsett rauskonnte war ich Gott froh. Das Ergebnis des Röntgenbildes war für mich faszinierend und aufbauend das Korsett weiter zu tragen. Ich hatte im Korsett in der BWS nur noch 26° von 52° und in der LWS noch 20° von ca.40°. So fuhr ich voll motiviert wieder nach Hause. Ich versuchte mich weiter daran zu gewöhnen und irgendwann konnte ich es dann auch in der Schule anziehen und hatte es somit den ganzen Tag an. Ende Mai fuhr ich dann wieder für 4 Wochen nach Bad Sobernheim (Bericht unter Bad Sobernheim).

Ich musste dann weiterhin wieder alle ca. 6-8 Wochen nach Stuttgart, entweder zu Dr.Hoffmann oder Rahmouni, zur Kontrolle. So kam ich dann im Sept. 2003 in die 10. Klasse, das mobbing ging immer weiter, das machte mir aber damals erstaunlicher weise gar nichts, erst jetzt im Nachhinein wir mir bewusst wie wenig Freunde ich hatte. Es ging dann langsam der Mittleren Reife entgegen, und als dann im Januar die intensive Prüfungsvorbereitung in der Schule losging und meine Schmerzen und der Rippenbuckel trotz fleißigem Tragen immer stärker wurden, konnte ich mich mit dem Korsett überhaupt nicht mehr konzentrieren, und so zog ich es in der Schule nicht mehr an, so betrug die Tragezeit nur noch ca.14-16 Std. Das wusste Dr.Hoffmann auch, und er hat mir des öfteren ins Gewissen geredet dass ich das Korsett mehr anziehen muss, ich hab es immer wieder versucht aber hab dann nie wieder die Kurve gekriegt. Nach der mittleren Reife fuhr ich Ende August nochmal für drei Wochen nach Bad Sobernheim. Dort wurde wie jedesmal wieder eine 3D Aufnahma gemacht, und es hatte sich schon wieder verschlechtert. Das war mir auch schon aufgefallen, ich stand immer mehr aus dem Lot, der Buckel wurde immer größer und die Schmerzen immer unerträglicher.

Im Sept. 2004 wechselte ich dann auf das ernährungswissenschaftliche Gymnasium um dort drei Jahre später mein Abitur zu machen. Ich zog von Anfang an mein Korsett nicht in der Schule an, denn ich hatte Angst in der Klasse wieder nicht akzeptiert zu werden. Im Herbst war ich dann wieder zur Kontrolle in Leonberg zur Kontrolle, ich war plötzlich 3 cm kleiner, es wurde ein neues Röntgenbild gemacht, die Krümmung hatte nicht stark zugenommen, aber die Rotation, und so wurde mein Lungenvolumen immer kleiner, was sich auch bemerkbar machte und meine Schmerzen wurden immer schlimmer. Ich fuhr dann im Februar mit meiner Klasse ins Skilager, dort musste ich nach einem Tag nach Hause weil ich mich vor Schmerzen nicht mehr bewegen konnte. Das verging relativ schnell wieder, dann bin ich wieder zum Handballtraining, und danach hatte ich solche Schmerzen dass sie mir Schmerzmittel in den Rücken Spritzen mussten. Da stand innerlich mein Entschluss zur OP eigentlich schon fest. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon des längeren mit dem Thema OP auseinandergesetzt, obwohl ich und vor allem meine Eltern immer gesagt haben sie lassen mich auf keinen Fall operieren. Im Internet fiel dann immer wieder der Begriff der Klinik in Neustadt/Holstein. Und da Dr.Hoffmann uns gegenüber das Wort OP nie genau erwähnt hatte, wahrscheinlich weil er wusste das wir das sowieso nicht wollten, und wir nicht gewusst haben dass Porf.Dr.Halm (Neustadt) mit ihm zusammenarbeitet, haben wir uns selber auf den Weg nach Neustadt (ca. 980 km, aber für eine gute Klinik ist kein Weg zu weit) gemacht. 

Ich machte bis dahin regelmäßig 2-3 mal die Woche KG und trug trotzdem mein Korsett 14-16 Std./tgl. weiter.

Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!